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Bereits sieben Wochen nach offizieller Einführung des neuen terrestrischen TV-Verbreitungsstandard DVB-T2 HD in Deutschland verkündet ein Konsortium aus Wissenschaft, Industrie und Medien den Nachfolgestandard eMBMS unter dem Titel „5G Media-Initiative“.

Evolved Multimedia Broadcast Multicast Service (eMBMS) will die Belange von Broadcast (Rundfunk, simplex) und Unicast (Mobilfunk, duplex) gleichermaßen berücksichtigen und sich als weltweit einheitliche, konvergente Kommunikationsnorm etablieren.

Voraussetzung zur Einführung von 5G in der Fläche ist die Räumung weiterer UHF-Kanäle, was in Deutschland bis Mitte 2019 passiert sein dürfte, d. h. bis dahin sind nach Plan auch die letzten verbliebenen DVB-T-Sender in der Provinz abgeschaltet. Zum Schutz der Investition der Verbraucher wird darüber hinaus DVB-T2 HD sicherlich noch mindestens 10 Jahre ausgestrahlt. Hinzu kommt schrittweise der Simulcast-Betrieb, also die parallele Verbreitung über 5G (= 5. Gerätegeneration im Mobilfunk) im neu gewonnenen LTE-Bereich gemäß der Planung „Digitale Dividende II“. Insofern war der Begriff LTE einst stimmig gewählt worden: Long Term Evolution.

An der weiteren Realisierung des Vorhabens bestehen überhaupt keine Zweifel wegen der erheblichen Potenz und der notwendigen Zielerfüllung. Vorteil von 5G: Kürzere Latenzzeit und höhere Datenrate. Vornehmliche Treiber sind das Internet-of-Things (IoT), das automatisierte Fahren, die Verlagerung des Fernsehkonsums weg vom linearen hin zum Zeit-souveränen Bezug (VoD) und die gewaltige Anzahl an Smartphones und Tablets mit allgegenwärtiger und noch vielfältigerer Anwendung.

Erste konkrete Überlegungen mit Feldversuchen zum neuen Standard starteten bereits 2014. Der TV-AMATEUR berichtete schon bald, nämlich in seiner Ausgabe Nr. 178 (3. Quartal 2015) unter dem Titel „eMBMS – Fernsehen für übermorgen“.

Zum 18. Mai 2017 präsentierten die Partner der „5G Media-Initative“ ihre Absichten und ihr Vorgehen der Öffentlichkeit. Dabei verstehen sie ihr Auftreten auch als Einladung zur Kooperation mit den Medien und weiteren potentiell am Markt Beteiligten. In der jetzigen Frühphase können noch Know-How ausgetauscht und Forschungen, einschließlich Anwendungsideen, gelenkt werden.

Als Konsortial-Partner der „5G Media-Initiative“ zeichnen Kathrein, Nokia, Rohde&Schwarz, Telefónica, Bayerischer Rundfunk, Südwestrundfunk, Uni Erlangen-Nürnberg, Fraunhofer, IRT, Cadami.