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„Technik zum Abheben“ So überschrieben wir die Einladung auf der Homepage unter https://agaf-ev.org. Gemeint war der große Flugschau-Tag am 10. Juni auf dem Fliegerhorst in Penzing bei Landsberg. Das dort stationierte Lufttransportgeschwader LTG 61 erwartete 40.000 Besuchern. Es kamen 54.655.

Welcher Schluss lässt sich daraus ziehen? Technik ist wieder gefragt!

Und das entspricht eigentlich auch unserer Beobachtung auf den Maker Faire und bei den Prüfungsanmeldungen zum Amateurfunk.

Freilich zieht die Luftfahrt - auch die Luftwaffe – wie ein Magnet an. Vorweg hatten wir hingewiesen auf die ausgestellten Technologien einschließlich der angelagerten Tätigkeitsfelder. Es waren neben den Ausbildungs- und Wartungszentren auch die Fluggeräte-Hersteller vertreten.

Die Zahl der Exponate war so groß, dass es schier unmöglich war sowohl alle 300 Austeller als auch noch die Präsentationen auf dem Flugfeld und in der Luft gleichermaßen mitzubekommen.

Ewig lange Schlangen standen sowohl vor den Flugzeug-Gangways als auch zum Verdruss vor den Imbissständen. Der einzige Trost, dass hierbei die Flugshows in der Luft, von fliegenden Oldtimern über Fallschirmspringer, einem zielgenauem Lastenabwurf, der Luftrettung und eine simulierte Betankung, eben alles am Himmel zu beobachten war.

Die von der Technik Angesteckten erkundigten sich im Berufsinformationszentrum über die Ausbildungsmöglichkeiten. So war zu erfahren, dass eine reguläre Berufsausbildung nach Maßstäben der IHK oder der Handwerkskammern nicht nur Soldaten offen steht, sondern die Bundeswehr als Arbeitgeber auch Zivilangestellte, quasi bis zum Gesellen, zum Meister oder Diplomingenieur, ausbildet.

Und es gibt einen wechselseitigen Austausch: Bundeswehrler wechseln nach ihrer Zeit gelegentlich zur Industrie; umgekehrt finden Industrieangestellte es spannend ihr Berufsleben bei der Bundeswehr fortzusetzen.

Und auch wir Funkinteressierte trafen immer jemanden, der gefragt werden konnte. Wer hätte gedacht, dass die Kurzwelle immer noch eine Rolle spielt? Bei Auslandseinsätzen mehr denn je. So ist bei modernen Flugzeugen allerdings nicht mehr ein Draht von der Pilotenkanzel zum Seitenleitwerk gespannt, wie unter anderen bei der Transall zu sehen ist. Die Antenne ist bei der modernen A 400M in einer Kante des Leitwerks integriert. Und das gar so merkwürdig „spießende Einhorn“ oben vor der Kanzel birgt VHF- und UHF-Antennen. Und morsen? – Nicht mehr bei der Luftwaffe. (In Klammern: Bei der Marine wird noch mit Lichtsignalen gemorst. Klammer zu.)

Und dennoch, so merkte der Kommodore des Geschwaders, Oberst Daniel Draken, an, sei er stolz darauf, seine einst gelernten Morsezeichen noch anwenden zu können, nämlich bei der Identifizierung von Funkbaken!

Der „Tag der Bundeswehr“ hätte gut „zwei Tage der Bundeswehr“ heißen können. Einiges musste angesichts der Fülle ungesehen bleiben und somit fast unerwähnt, zum Beispiel das Fahrende Prüflabor oder die Jungs und Mädels von der Bildanalyse. Überall standen kompetente und auskunftsfreudige Menschen bereit - vom Jungpersonal bis zum Reservisten. Das war bestens organisiert. Vielen Dank!

So sprang die Begeisterung für Technik – wenn nicht schon mitgebracht - wie ein Funke leicht auf die Besucher über.

Und da war noch etwas: Am Rande lagerten taktische Einsatzkräfte. Ein Richtfunkmast reckte sich in die Höhe und mehrere Peitschenantennen dazu. Ein Funkspezialist wurde mir für Auskünfte benannt. Ob denn nun auch auf 50 bis 54 MHz gesendet würde, so meine Frage. Nicht dass ich wüsste, lautete seine Antwort. Das war es, was wir gern hören wollten, nicht wahr… Die IARU lässt grüßen -

und der Berichterstatter Klaus Welter, DH6MAV.