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Seien wir mal ehrlich: Wir werden immer weniger, immer älter, immer einsamer. Das gilt besonders für unsere Spielart des Amateurfunks, das Amateurfunkfernsehen. Wir haben ein prima Infrastruktur, an jeder Ecke ein Relais oder zwei, aber auf diesen, sowie auf unserer ATV-Rücksprechfrequenz 144.750 MHz ist kaum jemand anzutreffen. Kommt Euch das bekannt vor?

Um diesem Umstand abzuhelfen, habe ich ein Experiment gestartet. Begonnen hat dies mit einer Hard- und Software-Entwicklung von Frank Kremer, DL3DCW. Dieser ist den Meisten wohl bekannt als der Sysop von DB0TV (und einiger anderer Stationen). Weniger bekannt ist das Projekt "ruhrlink", eine Zusammenschaltung analoger(!) Sprechfunkfrequenzen (Simplex und Halb-Duplex) im Raum Westfalen-Süd und dem Bergischen Land. So kommen durch kleinzellige HF-Knoten auch Funkamateure über weite Strecken zusammen, die nur über eine bescheidene Funkausrüstung verfügen. Anders als bei regionalen Relaisstationen sind für die einzelnen Knoten keine außergewöhnlichen Standorte vonnöten (obwohl es die auch gibt), sondern eben die Vielzahl der Einstiege macht den Standortnachteil wett. Nun ist dies nicht zu verwechseln mit Echolink- oder digitalen Sprachrelais, die ja auch (meist über Internet) vernetzt sind. Die kleinen analogen RadioBoxen (so der Name der von Frank entwickelten Geräte) sind zum Großteil über HAMNET-Strecken HF-technisch verbunden, also per Amateurfunk! Auf dieser Seite kann man verfolgen, welche Stationen an diesem Sprechfunknetz beteiligt sind.

Mein Experiment besteht im Moment aus zwei RadioBoxen. Sie arbeiten auf 144.750 MHz (unserer besagten ATV-Rücksprechfrequenz) und verbinden das ATV-Relais DB0BC in Berlin-Charlottenburg und einen Teil von NRW (Wuppertal/östliches Ruhrgebiet). Erreicht werden soll, dass ATV-Interessierte wieder mehr Gesprächspartner finden, die sich mit ähnlichen Dingen beschäftigen, wie man selbst. Im Bedarfsfall kann man über DTMF den Link abschalten, wenn man lokal unter sich bleiben möchte, andernfalls besteht dieses Wurmloch, indem man auf der einen Seite hinein spricht, und auf der anderen Seite wird man gehört.

Damit der Einzugsbereich nicht all zu groß wird, arbeiten diese kleinen Geräte auf Basis des Raspberry Pi mit kleinen VHF-Modulen (es ginge auch UHF) und einer Leistung von 100mW. Dies reicht aber am Standort Wuppertal aus, dass der Sprechfunkverkehr aus Berlin über das ATV-Relais DB0CD im 13cm Band mit ausgestrahlt wird. Wer im Einzugsbereich von DB0CD mit nicht zu kleiner Leistung auf 144.750 MHz spricht, wird dagegen in Berlin gehört.

Der SvxServer für dieses Netz wird am Standort der AGAF-Zentrale bei DB0OBS in Berlin-Charlottenburg betrieben und hat ausreichend Kapazität für weitere RadioBoxen im ATV-Sprechfunknetz (das den Namen atvlink erhalten hat). Wer sich an diesem Netz beteiligen möchte, kann die Zugangsdaten von mir (DF3EI) erhalten. Wer keine HF-Anbindung zum HAMNET zur Verfügung hat, kann auch per VPN aufgeschaltet werden, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Voraussetzung ist natürlich der Aufbau einer eigenen RadioBox und deren Installation vorzugsweise am Standort eines ATV-Relais oder in dessen Einzugsbereich.

Wer schon Funkhardware zur Verfügung hat, oder gar ein ganzes Relais, der greift in solchen Fällen zur RepeaterBox. Die sieht so ähnlich aus, tut auch fast das Gleiche, steuert aber externe Hardware, statt eines eingebauten Transceiver-Moduls.

Das Ganze kann dann so aussehen (Quelle: http://www.hamserverpi.de)

RadioLink

Also, wir hören uns auf 144.750 MHz in FM!