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Die Unterwasserwelt durch die Taucherbrille sehen. Das kennen wir. Aber mal selbst im Trainingsbecken zusammen mit NASA-Astronauten?

Bis einschließlich 19. Mai 2019 ist dies in München gleich neben der „Pinakothek der Moderne“ möglich – fast ohne nass zu werden. Dort steht, einem UFO gleich, ein 360°-Kino. VR-Brille und Kopfhörer aufgesetzt und schon ist man in Begleitung von vier Astronauten unterwegs: Mal als Kopilot in einem NASA-Marsfahrzeug, oder in einem Düsenjet, mal auf dem Meer neben einer gewasserten Landekapsel, dann zwischen Erde und ISS, und schließlich in den NASA-Hangars und im Trainingslager zwischen all dem Raumfahrtequipment und Werkzeugen. Kein Fake, alles ist real!

Appetit auf mehr? Die Virtuality-Brille lässt es zu. Dreh den Kopf, um nach hinten zu blicken oder dreh dich lieber gleich mitsamt dem Sessel. Nahtlos steht dir ein 360°-Blickfeld inklusive oben und unten zur Verfügung – und damit das Gefühl selbst vor Ort zu sein. Der Pilot hat sich zu dir gewandt und spricht mit dir. Du schaust ihn an. Oder hörst nur auf ihn, während du weiter mit deinen Augen die Umgebung erkundest. Du genießt die Unabhängigkeit im Tun.

Bei 3D und VR ist hierfür eine totale Tiefenschärfe erforderlich. Dann ist es egal, ob das Auge den Vordergrund inspiziert oder über den Hintergrund streift. Du als Betrachter darfst dein eigener Dramaturg sein. Es ist nicht, wie sonst in Filmen üblich, der Kameramann, der über die Verlagerung des Schärfepunktes die Aufmerksamkeit lenkt und damit die Bildregie führen will.

Für die VR-Aufnahme war eine Kamera mit vier Objektiven und vier Sensoren in Verwendung. Die Datenflut wird meist mit MPEG4 komprimiert. Nur einmal bei einer Vorbeifahrt waren leichte Ruckler zu bemerken und – zugegeben – noch etwas mehr an Bildschärfe wäre nicht zu verachten. Trotzdem, VR löst Begeisterung aus.

Der Besuch des „Space Age“, so heißt das auf Stelzen stehende Kunststoffhaus Futuro, ist ein kostenloses Vergnügen. Zu finden in der Barer Straße 40, im Museumsquartier. Die ideale Anreise ist mit Tram 27. Öffnungszeit 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr. Man muss sich allerdings auf Wartezeit gefasst machen. Leider gibt es nur fünf Plätze. Außer dem oben besprochenen 20 Minuten dauernde Films „SPACE EXPLORERS: A NEW DAWN“ stehen vor Ort noch sechs nicht minder fesselnde VR-Filme zur Auswahl, alle zwischen sieben und 21 Minuten dauernd.

Der offizielle Titel dieser Filmpräsentation im Rahmen des zeitgleich laufenden DOK.fest: VR POP UP KINO. Förderer und Partner sind die Regierung von Québec, das Bayerische Staatsministerium für Digitales, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, das MedienNetzwerk Bayern, die Pinakothek der Moderne, INVR, Centre Phi Montréal und das Bayerisches Filmzentrum.

 

 Redaktionsbüro Nikolaus Welter (DH6MAV)