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In den kommenden vier Jahren soll der Umfang an Elektroschrott und damit wohl auch die durch Recycling erzielbare Wertschöpfung um weitere 17 Prozent steigen. Auch die Technologiekonzerne haben das Problem längst erkannt, zumal die Verfügbarkeit gewisser Rohstoffe ohne Recycling nur mehr begrenzt gewährleistet werden kann.

Der österreichische Leiterplattenhersteller AT&S warnt in seinem Nachhaltigkeitsbericht 2016 davor, dass verarbeitete Rohstoffe wie Gold, Silber, Blei, Zinn, aber auch das Schwermetall Antimon ohne entsprechende Recycling-Maßnahmen nur mehr ein bis zwei Jahrzehnte abgebaut werden können. Auch Apple philosophiert in seinem aktuellen Umweltbericht PR-wirksam darüber, sämtliche wertvolle Materialien aus dem Recycling alter Geräte zu gewinnen.

Da es bis dahin noch ein weiter Weg ist, bliebt für umweltbewusste Konsumenten eigentlich nur übrig, ihre Geräte möglichst lange zu verwenden. Funktionierende Geräte sollten nicht in der Schublade oder im Müll landen, oft können sie in der Familie weitergegeben werden. Eine weitere Möglichkeit, um den Lebenszyklus von Elektronik zu verlängern, ist der Verkauf seiner nicht mehr gebrauchten Geräte an Plattformen wie zoxs.at, wirkaufens.at, flip4new.de oder rebuy.de, welche jene gesäubert und überholt wieder weiterverkaufen.

Ähnliches gilt natürlich auch, wenn man selber ein gebrauchtes Gerät kauft. Damit wird dieses weiterverwendet und es lässt sich auch noch Geld sparen. Manche Firmen wie das steirische Unternehmen Compuritas bietet gebrauchte, überholte Geräte auch dezidiert für Vereine, Schulen und andere Institutionen an.

Sollte ein elektronisches Gerät tatsächlich nicht mehr funktionieren und auch nicht reparierbar sein, muss es fachgerecht entsorgt werden. In Österreich sind die  rund 2000  Rücknahme- und Entsorgungsstellen der Gemeinden und Städte die erste Adresse. Die Rücknahme ist kostenlos, unabhängig wo das Gerät gekauft wurde. Der abgegebene Elektromüll wird fachgerecht recycelt, giftige Stoffe entsorgt. Auch größere Händler mit einer Verkaufsfläche von über 150 Quadratmeter sind laut Gesetz verpflichtet, beim Kauf eines gleichwertigen Neugerätes das nicht mehr benötigte gratis zurückzunehmen. Ähnliches gilt für Händler in Deutschland, wo es aber immer wieder auch zu Problemen bei der Rücknahme kommen soll.

futurezone.at

 

Updates:

 EU verpflichtet Großhändler zur Rücknahme

Zwar ist der Recyclinghof oftmals die richtige Adresse für die Entsorgung, allerdings ist der Weg dorthin für viele Verbraucher umständlich. Folgende Alternativen gibt es:

Bei einem kaputten Kühlschrank werden Sie aber dennoch nicht drum herum kommen, einen Recyclinghof aufzusuchen. Allerdings sind viele Großhändler dazu verpflichtet, größere, defekte und alte Geräte kostenlos zu entsorgen, wenn sich die Kunden im gleichen Zuge in der Filiale ein neues Gerät kaufen.

Kleinere Geräte, deren Kante nicht mehr als 25 Zentimeter misst, müssen Händler dem Gesetz nach annehmen und fachgerecht entsorgen, auch wenn Sie sich hier kein neues Gerät kaufen.

Ausgediente Kleinelektrogeräte können kostenlos über die Briefkästen der Deutschen Post entsorgt werden. Dazu müssen die Geräte nur in einen großen Briefumschlag gesteckt werden, der mit einer "Electroreturn"-Versandmarke frankiert ist. Die kostenlose Marke kann über die Webseite der Post heruntergeladen und ausgedruckt werden. Das Gewicht des Umschlags inklusive Elektroschrott darf bis zu einem Kilo betragen. Außerdem dürfen nur zwei Elektrogeräte pro Umschlag versandt werden.

Batterien lassen sich hingegen recht einfach entsorgen. In fast jedem Supermarkt steht im Eingangsbereich eine entsprechende Abgabebox bereit. Bei Energiesparlampen ist dieser Service bisher noch nicht so weit verbreitet, in Baumärkten und Drogeriemärkten werden Sie bei der Suche nach Sammelboxen am ehesten fündig.

Übrigens gehören auch Druckerpatronen zum Elektromüll, da sie elektronische Bauteile besitzen. Viele Elektronikfachmärkte nehmen diese Patronen oder Kartuschen freiwillig zurück. Hersteller übernehmen hier sogar die kostenlose Rücksendung per Post und führen den Elektroschrott dem Recycling zu.

t-online.de

 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat zahlreichen Onlinehändlern massive Rechtsverstöße bei der Rücknahme von Elektroschrott vorgeworfen. Tests zur Umsetzung der Rücknahmeverpflichtung von alten Elektroaltgeräten bei 30 Onlinehändlern hätten bei mehr als der Hälfte der untersuchten Unternehmen „systematische Gesetzesverstöße“ ergeben, teilte die Umwelthilfe am Dienstag mit. Darunter sind große Firmen wie Amazon, Media Markt und Saturn. Die DUH werde die Einhaltung künftig „notfalls auf dem Rechtsweg durchsetzen“, erklärte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
Auch Unternehmen, die gesetzliche Mindeststandards korrekt umsetzen, erschwerten nach Angabe der DUH die Rückgabe – etwa durch umständliche Anfragen beim Kundendienst, einen hohen Packaufwand oder versteckte Informationen. Seit dem Sommer 2016 ist der Handel dazu verpflichtet, Elektro-Altgeräte zurückzunehmen und zu entsorgen – bei kleineren Geräten gilt dies auch, ohne dass gleichzeitig ein neues Gerät gekauft wird.
Wenn Verbraucher bei einem Onlinehändler Geräte zurückgeben wollten, müssten sie sich allerdings oft durch mehrere Webseiten klicken, viele persönliche Daten preisgeben und die Geräte selbst aufwendig verpacken, kritisierte die DUH. „Das schreckt viele Verbraucher ab, und darauf spekuliert der Onlinehandel“, erklärte der stellvertretende DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, Philipp Sommer. Die gesetzliche Sammelquote für alte Elektrogeräte von 45 Prozent werde für das Jahr 2016 voraussichtlich nicht erreicht, kritisierte der Umweltverband. Insgesamt fallen nach Angaben der DUH in der Bundesrepublik etwa 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott pro Jahr an.
(afp)